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Selbsteinschätzung von
Künstlern - wenn der Erfolg den Kopf "verdreht!" Es ging nicht um
künstlerische Qualitäten
Klaus Quirini vom Verband
Deutscher Musikschaffender (VDM) veranstaltete ausschließlich für
Mitglieder das erste Künstler-Seminar. Sechs ausgewählte Interpreten
nahmen daran teil. Bei dem Seminar ging es nicht um die künstlerische
Qualität, sondern um Realitätsbewusstsein. Mit 130 Fragen, unterteilt
in mehreren Antwortmöglichkeiten, sollte festgestellt werden wann ein
Künstler seinen Beruf ernst nimmt und zu welchem Zeitpunkt die Gefahr
besteht, dass er seine wichtige Aufgabe als Darsteller nicht richtig
einschätzt und in sich in eine ureigene Welt der Unsterblichkeit
zurückzieht.
Die Teilnehmer gaben sich sehr viel Mühe
überzeugende Antworten zu geben. Dabei ging es um die Zukunft der
Künstler, Stellenwert in der Gesellschaft, Planung, Statistiken,
Promotion, Rentabilität, Selbsteinschätzung, Pressekontakt,
Informationsmöglichkeiten, Ordnungssinn, Ruf, Sympathie, Kleidung, Kritik,
Kontakte, Umgang mit Journalisten und Programmgestaltern,
Werbemöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Karriere, Familie,
Management, Übungszeiten, Sinn der Tätigkeit, Zielgruppen, Produkte,
Versprechen, Verträge, Marktlücken, Zielerreichung,
Persönlichkeit, Image, Glaubwürdigkeit, Zuschaueransprache,
Bühnensicherheit, Kollegeneinschätzung, Neid, Pünktlichkeit,
Umgang mit Erfolg, Politik, Plattenfirmen und Produzenten, Repertoireauswahl-
und Identifizierung, Problemlösungen, Wettbewerbe, Finanzen, Abrechnungen,
Proben, Training, Verwertungsgesellschaften, Versicherung, Weiterbildung,
Stress, Steuern, Gesetze, Hörfunk, Fernsehen, Format- und Quotenradio,
Bühnenkunst, Mitspracherecht.
Die Antworten wurden nicht mit Noten
bewertet, vielmehr ging es um die Selbsteinschätzung. Die Fragen und
möglichen Antworten waren teilweise mit Fangfragen versehen, so dass die
Teilnehmer ihre Antworten sorgfältig wählen
mussten.
Nachdem die teilnehmenden Künstler die 24-seitigen
Bogen mit 130 Fragen ausgefüllt hatten, schloss sich eine stundenlange
Debatte an, die den Zweck des Seminars erfüllte.
Die Resonanz
war bei den Teilnehmern, die als Pioniere eines ersten Seminars dieser Art
gelten, ohne Zweifel hervorragend. Klaus Quirini hat seit einigen Jahren das
Thema intensiv bearbeitet und konnte nach Auskunft der Mitwirkenden mit dem
ersten Seminar dazu beitragen, dass Künstler in Eigenregie lernten ihre
beruflichen Voraussetzungen besser einzuschätzen um sich auf dem
umworbenen Markt noch besser platzieren zu können. Der Zweck wurde
erfüllt.
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